Zu einer interessanten Vorstandssitzung in Kommunalwahlkampfzeiten begrüßte der Ortsvereinsvorsitzende der Oftersheimer Sozialdemokratie Jens Rüttinger die zahhlreich erschienenen Mitglieder und Kandidaten. Es ist immer wieder erstaunlich, welcher Aufwand hinter einer solchen Wahl steht. So ging es in dieser Vorstandssitzung um Fragen der Finanzierung, des Designs, der Organisationsform und natürlich des Inhalts.
Kassier Thomas Kobbert ist einer der wichtigsten Parteimitglieder, wenn es um den Kommunalwahlkamf geht. Die Kassenlage immer fest im Blick, versucht er den Spagat zwischen den Wünschen der Oftersheimer Genossen und dem, was finanziell machbar ist. Diskutiert werden dabei solche Sachen wie der farbliche Hintergrund der Wahlplakate, das Layout der Plakate und der Wurfsendungen, wie viele Plakate schließlich gedruckt werden sollen und viele weitere Dinge, die wie Kleinigkeiten aussehen, aber doch bedacht sein wollen. Was (zum Glück ! ) feststeht, ist die Größe der Wahlplakate, denn die richtet sich nach den schon vorhandenen Ständern, auf die sie in naher Zukunft geklebt werden...
Noch angeregter behandelt wird natürlich die Frage, wie man den eventuellen Wählern das Wahlprogramm und die Gemeinderatskandidaten bekannt macht, denn der Druck des ausführlichen Wahlprogrammes ist recht teuer, auch wenn die Verteilung durch die Kandidatinnen und Kandidaten selbst erfolgt. Eine Alternative könne die Veröffentlichung auf der Webseite des Ortsverein darstellen, meinte der Juso Geschäftsführer Alexander Leonhardt . Es gilt also mithin, die vorhandenen Ressourcen sowohl finanzieller als auch personeller Natur möglichst " breitenwirksam" einzusetzen, so die Gemeinderatskandidatin Gudrun Wipfinger-Fierdel, um möglichst viele Leute zu erreichen.
Am wichtigsten ist für eine Programmpartei wie die SPD natürlich der Inhalt des Wahlprogramms. Es sollte zumindest in seiner Kurzform möglichst verständlich und einprägsam formuliert sein, damit der Wählerin oder der Wähler genau weiß, für was die Oftersheimer Sozialdemokratie steht und für welche Sachverhalte sie sich in der kommenden Legislaturperiode einsetzen will. Das Wahlprogramm muss deshalb auch einige eindeutige Stellungnahmen zu ganz bestimmten Themen enthalten, denn wählen heißt auch in Oftersheim zwischen verschiedenen Lösungsansätzen für ein spezielles Problem eine Auswahl zu haben. Diese Auswahl zur Verfügung zu stellen ist die Aufgabe der Parteien und Wählervereinigungen in der Gemeinde. Ein sehr wichtiger politischer Vorgang ist die Festlegung der einzelnen Themenbereiche und vor allem die Wichtigkeit der Themen. Verschiedene Parteien unterscheiden sich nicht nur in ihren Lösungen für bestimmte Sachverhalte, sondern auch darin, was ihnen wichtig und was ihnen weniger wichtig erscheint. Die Ausformulierung des Wahlprogrammes ist zwar immer noch schwierig, aber es fällt leichter, wenn die Grundsatzentscheidungen gefallen sind.
Zuletzt bleiben noch die organisatorischen Fragen, das geht von der Reparatur der Wahlständer über die Infostände bis hin zum Termin beim Fotografen. Jens Rüttinger und seinem Ortsverein gelingt es in langen Sitzungen wie dieser immer wieder, die geschilderten unterschiedlichsten Anforderungen unter einen Hut zu bringen und so etwas komplexes wie einen Kommunalwahlkampf zu organisieren.
Ingo Staudt