In anstrengenden Wahlkampfzeiten ist es sehr schön, wenn eine Partei wie der Ortsverein der SPD Oftersheim etwas zu feiern hat, was nichts mit der Kommunal-oder Europawahl zu tun hat. In diesem Falle ging es um einen " Nachtrag" zum hundertjährigen Jubiläum des Ortsvereins im Jahre 2003. Für eine Partei, für eine Gemeinde wie auch für ein ganzes Land sind 100 Jahre eine lange Zeit. Und da es nur einmal ein 100-jähriges Bestehen zu feiern gibt, hatte sich der SPD- Ortsverein Oftersheim dazu entschieden, der Gemeinde eine Blutbuche zu schenken, die seit dem Jubiläumsjahr an der Ecke Albert-Schweitzer-Straße/ Wingertsbuckelweg wächst und gedeiht.
In seiner Ansprache ging der Ortsvereinsvorsitzende Jens Rüttinger nach der Begrüßung der Gäste, darunter auch die Alt-Gemeinderäte Hilde Rauchholz und Philipp Weber, auf den Zeitraum von 100 Jahren ein, auf die sehr würdige Veranstaltung in der Kurpfalzhalle und die Idee, etwas bleibendes wie einen Baum zu stiften, der ( wenn er nicht beschädigt wird) eine lange Lebensdauer aufweist und die Generationen nicht nur symbolisch miteinander verbindet. Die Blutbuche wurde auf Vorschlag von Gemeinderat Peter Wierer nicht nur wegen ihrer rötlich schimmernden Blätter ausgewählt, sondern auch weil sie im Jahre 2003 " Baum des Jahres" war. Seitdem steht an diesem charakeristischen Winkel am Ortsein-oder Ausgang ( kommt auf die Sichtweise an) die Blutbuche, allerdings weitgehend unbemerkt von der Bevölkerung Oftersheims.
Um den schönen Platz etwas auffälliger zu gestalten, hat sich die Gemeinde Oftersheim nun entschlossen, die Blutbuche durch das Anbringen einer Gedenktafel noch weiter aufzuwerten. Wie Bürgermeister Baust in seiner Rede erwähnte, ist die SPD in Oftersheim nicht nur die älteste noch existierende politische Vereinigung im Ort, sie spielt auch in der Gegenwart eine gewichtige Rolle und wird diese auch in Zukunft spielen. In einer schnelllebigen Zeit tut es gut, sich ab und zu der eigenen Geschichte zu erinnern und kurz inne zu halten, um sich seiner selbst zu vergewissern. Dieser Baum und die Gedenktafel sollen in erster Linie an das Jubiläum des Jahres 2003 erinnern, aber auch zukünftige Generationen werden etwas davon haben und so das leisten , was in hektischen Zeiten etwas aus dem Blickfeld zu geraten droht. Die Verknüpfung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu einer kontinuierlichen Zeitlinie, die Generationen miteinander verbindet.
Ingo Staudt