Am Tag der Deutschen Einheit auf der Suche nach der Einheit

Veröffentlicht am 06.10.2005 in Veranstaltungen

Ausflug der Ortsvereine Oftersheim, Plankstadt und Eppelheim

Wo sucht man am Tag der Deutschen Einheit eigentlich die Einheit, wenn man als Sozialdemokrat mit anderen Sozialdemokraten und mit Freunden und Angehörigen einen Ausflug machen will?
In Ostdeutschland? Dort, wo zusammenwächst, was zusammengehört? Sicherlich ein guter Gedanke. Aber 40 Personen aus Plankstadt, Oftersheim und Eppelheim in einen Bus packen und für die Hinfahrt zur ehemaligen Deutsch-Deutschen-Grenze 3-4 Stunden verbrauchen und für die Rückfahrt noch einmal soviel, das kann man keinem zumuten an einem Tagesausflug .

Deshalb haben die SPD-Ortsvereine Plankstadt, Oftersheim und Eppelheim zunächst einmal die Einheit unter sich selbst gesucht und auch gefunden. 40 Personen aus den 3 Gemeinden –hauptsächlich Mitglieder der SPD, aber auch Freunde und Verwandte – begaben sich auf die Suche nach der Einheit im kleinen.
Zunächst einmal während der Busfahrt nach Eltville am Rhein gegenüber von Mainz gab es einen regen Gedankenaustausch über die aktuelle politische Situation. „Ein starker Kanzler für eine starke große Koalition!“ Das wäre eine gute Sache meinten die meisten. Auf jeden Fall sei aber eine Einheit aus Rot und Schwarz für eine Legislaturperiode genau das, was das Land zur Zeit brauche, meinten Einige.
In Eltville – der Name kommt aus dem Lateinischen „alter villa“ , das hoch gelegene Landhaus, und wird deshalb nicht französisch, sondern deutsch, d.h. mit dem „e“ am Ende ausgesprochen – dort also, in dem herausgeputzten, schmucken Städtchen mit wunderschönem Altstadtkern in unmittelbarer Nachbarschaft der mächtigen Landeshaupt-städte Wiesbaden und Mainz lernten wir die liebliche Landschaft des Rheingau mit seinen süffigen Rieslingen und deftigen Speisen zu bewundern. Wir lernten aber auch die Einheit in einer Landschaft kennen, die sich durch einen mächtigen Strom – der Rhein ist stellenweise 1 km breit – nicht trennen lässt. Auch die Landesgrenze zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen zwischen Rot-Gelber- und Schwarz-Gelber- Koalition trennte die Menschen in ihrem geschäftigen Hin und Her kein bisschen. Stolz waren sie auf ihre gemeinsame Geschichte bis in die Anfänge der römischen Besatzungszeit. Stolz waren sie auf ihre mächtigen Bischöfe und Fürsten des Mittelalters und auf deren kulturelle Hinterlassenschaften in großartiger Architektur. Aber sie hatten auch keine verschwommene Identität, denn die einen waren Pfälzer mit dem Einheit aus aus Woi – Wurst und Weck und die anderen waren Hessen, sogenannte „Dalben“, wie uns der Stadtführer erklärte, eben stolze, vielleicht etwas steife Menschen, aber selbstbewusst.

Von Eltville ging es weiter auf der Suche nach der Einheit. Unser neues Ziel war Schloss Freudenberg am Rande der Stadt Wiesbaden. Es war im wahrsten Sinne des Wortes ein „Lust-Schloss“. Denn es handelte sich um ein Fühl- und Tast-Museum. Die Vielfalt sinnlicher Eindrücke durch Ertasten, Erriechen, durch Hören und Sehen und selbst durch Schmecken wurde angesprochen durch eine Vielzahl von Objekten und Installationen. Höhepunkt dieses Sinnes-Kunst-Tempels war sicherlich die Dunkelkammer bzw. die Dunkel-Bar. In absoluter Dunkelheit – entsprechend der Nachtschwärze, die Blinde erfahren, – musste man „Hindernisse“ überwinden oder sich einen Cappuccino bestellen. Eine beeindruckende Erfahrung. Wir lernten dort also die Einheit in der Vielfalt kennen: die Einheit unserer fünf Sinne – bei manchen sind es vielleicht sechs -, die im Gehirn hergestellt werden muss, wo die Vielfalt der sinnlichen Eindrücke geordnet und bewertet werden müssen, selbst unter Riesling-Einfluss.
Nach 3 Stunden intensiver sinnlicher Erfahrung fuhren wir weiter hinein nach „Rheinhessen“, das ist die Bezeichnung für das Weinbaugebiet zwischen Mainz und Worms, das eigentlich linkes Rheinland in der Pfalz ist.
Wir landeten in Oppenheim, ebenso bekannt wie der Nachbarort Nierstein. Beide Orte direkt am Rhein gelegen und reich gesegnet mit guten Kalk- und Lösböden, so dass kilometerweit nichts als Rebstöcke zu sehen sind. Bier ist dort ein verpönter Begriff und wird in den dortigen Lokalitäten konsequenterweise kaum angeboten. Wir lernten in Oppenheim eine neue Einheit kennen. Direkt am Marktplatz lag unser Lokal, das Gillot-Haus mit angeschlossener Sektkellerei. Die Gillots waren eingewanderte französische Hugenotten, die in Oppenheim aufgenommen wurden, und nun eine Einheit mit den anderen „Eingeborenen“ bilden. Was wird da immer vom „Schmelztiegel“ USA geredet. Der Schmelztiegel Europa ist viel älter und garantiert vielfältiger: Römer, Germanen, Gallier, Franzosen, Schweizer, Italiener, Spanier, Polen, Russen, Türken, Kroaten, Serben und viele, viele andere sind seit Generationen durch Mitteleuropa gezogen und haben sich mit anderen zusammengetan und Familien gegründet. Welche Vielfalt, welche Einheit! Und allmählich schmelzen auch die Nationalitäten im Geeinten Europa zusammen, dessen sind sich die Sozialdemokraten europaweit sicher, denn sie waren die ersten, die über den Tellerrand des nationalen Denkens hinausblickten und die Einheit einer Internationalen Bewegung begründeten.
Unser Ausflug war also rundum erfolgreich, denn wir fanden die deutsche Einheit in der Vielfalt unserer kulturellen Errungenschaften, und das nicht weit weg, sondern ganz nah und vor allem in den kleinsten Dingen.

Klaus Ding

 

Unser Landtagsabgeordneter Daniel Born

Unser Team für Oftersheim

  • Gründung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft
  • Bürgerumfrage zum Bedarf an altersgerechtem Wohnen
  • Beitragsfreie Kinderbetreuung
  • flexible Betreuungszeiten in allen Kindergärten, unter Beibehaltung der Betreuungsqualität Ganztagsgrundschulen
  • Vorlage eines aktuellen Umweltberichts
  • Förderprogramm für den lokalen Handel
  • Barrierefreiheit am Bahnhof, an den Bushaltestellen und allen Kreuzungsübergängen
  • Tempo 30 im ganzen Ort und zügige Sanierung der Straßen
  • Stellplätze für Mietfahrräder am Bahnhof und Rathaus
  • Renaturierung des Rod&Gun-Platzes

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Unsere Bundestagskandidatin Neza

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