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120 Jahre SPD Oftersheim

Veröffentlicht am 07.12.2023 in Veranstaltungen

Die SPD-Parteivorsitzende Saskia Esken trägt sich in das Goldene Buch der Gemeinde Oftersheim ein

Auf einmal stand sie mitten in der Oftersheimer Kurpfalzhalle, die Vorsitzende der SPD in Deutschland, Saskia Esken. Etwas früher als angekündigt, weshalb man sich noch ein bisschen mit der Hauptfestrednerin unterhalten konnte, bevor es dann losging. Viele fleißige Helfer hatten Tische geschleppt und geschmückt, Speisen und Getränke organisiert und Sitzordnungen erarbeitet, alles nicht ganz leicht und doch tat man es gerne, gerade wenn eine so gelungene Matinee dabei herauskommt. Aber das alles konnte man noch nicht so genau wissen, als der Ortsvereinsvorsitzende Jens Rüttinger die zahlreich erschienenen Gäste ziemlich pünktlich begrüßte. Eine ganze Reihe von Honoratioren wurde namentlich gegrüßt, viele SPD-Mitglieder aus nah und fern, aber auch die Vertreter anderer Parteien ließen sich die Geburtstagsveranstaltung der SPD Oftersheim nicht entgehen. 

     Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem Musikbeitrag des Schwetzinger Blechbläserensembles unter der Leitung von Ralf Krumm, welches die ganze Veranstaltung umrahmte und auch enorm bereicherte. Jens Rüttinger ging in seiner Begrüßung auf die Tatsache ein, dass der Oftersheimer Ortsverein auch etwas älter sein könnte, was an den kaum noch vorhandenen Dokumenten aus dieser Gründungszeit liegt. Der Grund hierfür ist das absichtliche Vernichten oder Verschwinden-Lassen seit dem Jahre 1933, ab dem es sehr gefährlich sein konnte, Mitglied der Sozialdemokratie zu sein. Viele Genossinnen und Genossen gingen ins innere oder äußere Exil, gingen den bitteren Weg in Gefangenschaft oder gar Konzentrationslager und waren allgemeiner Verfolgung ausgesetzt. Solche Zeiten möchte nicht nur die SPD in Oftersheim nie wieder erleben und als einzige Partei, die im April des Jahres 1933 gegen das sogenannte "Ermächtigungsgesetz" stimmte (auch das schon unter massiven Drohungen von Seiten der Nazis) befindet sich die SPD in einer Tradition, die jede Diktatur und jeden politischen Druck gegen Andersdenkende ausschließt, es sei denn diese Anderen wollen ein Nicht-Demokratisches System. Nach dem Krieg und unter alliierter Kontrolle war zwar das Elend groß, aber irgendwie schaffte es eine damals etwa 5000 Einwohner zählende Bevölkerung , über 700 Flüchtlinge aufzunehmen, nicht zu vergessen die zahlreichen Bewohner der komplett ausgebombten Großstadt Mannheim, die vorübergehend in Oftersheim Zuflucht fanden. Eine Parallele zur heutigen Zeit, in der sich die SPD und vor allem ihre Vertreter im Gemeinderat mit ähnlichen Problemen beschäftigen müssen, wenn auch unter viel besseren Grundvoraussetzungen.

     Auch der Oftersheimer Bürgermeister Pascal Seidel ließ es sich nicht nehmen, der wichtigen kommunalpolitischen Stütze SPD zum Geburtstag zu gratulieren. Er ging auf den sehr kollegialen Umgang innerhalb des Gemeinderates  ein. Verschiedene Ansichten gehören in einer Demokratie dazu, sie entspringen unterschiedlichen persönlichen Auffassungen, wobei man in der Sache hart diskutieren darf, aber immer den Respekt vor dem Anderen und seiner Meinung behalten sollte. Die zahlreichen Krisen der Gegenwart machten auch vor der Gemeinde Oftersheim nicht halt , so der Bürgermeister, unter anderem mit einem Aufruf an die Berliner Politik, sich doch etwas stärker um die Belange der Kommunen zu kümmern. Denn allgemein gesprochen findet das Leben normalerweise in einer Kommune statt, die Basis allen politischen Handelns liegt hier. Pascal Seidel mahnte den Zusammenhalt aller politischen Kräfte an, denn nicht nur er sieht Gefahren für unser demokratisch verfasstes Gemeinwesen.

     Der Landtagsabgeordnete Daniel Born war als nächster Redner an der Reihe. Er erinnerte daran, dass die SPD mit ihren 160 Jahren erheblich älter ist als die Bundesrepublik Deutschland, die mit Abstand älteste Partei Deutschlands. auch die Oftersheimer SPD wurde noch im Kaiserreich gegründet, die ersten Oftersheimer Genossinnen und Genossen hatten es mit ihren Überzeugungen ganz schwer in einer Ständegesellschaft, in der noch Adlige das Sagen hatten. Auch er rief die anderen demokratischen Parteien zum Zusammenhalt auf, denn das  Verbindende zwischen den Parteien sei immer noch größer als das Trennende. Die SPD habe sich schon immer für eine Gesellschaft eingesetzt, in der jede und jeder zählt, nicht nur die Wohlhabenderen oder die sonst wie Mächtigen.

     Erwartungsvolle Spannung lag in der Kurpfalzhalle, als der Landtagsabgeordnete an die Bundestagsabgeordnete uns SPD-Mitvorsitzende Saskia Esken übergab, eine feste Größe in der Berliner Politik, eine wichtige Person in der politischen Landschaft der Bundesrepublik. Auch sie spannte den Bogen von der oft schwierigen Vergangenheit mit ihren lichten Höhen und katastophalen Abgründen in die Gegenwart, in der sich auch Probleme häufen, ganz aktuell ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes in Karlsruhe, das den Haushalt vorsichtig formuliert in erhebliche Schieflage bringt. Die Vorsitzende erinnerte an noch viel verzweifeltere Zeiten direkt nach dem Krieg, als die Oftersheimer Sozialdemokraten sich schon im Dezember 1945 wieder gründeten, um zumindest an der Versorgung der Oftersheimer Bevölkerung mit dem Allernötigsten mitzuwirken. Ein Neuanfang noch unter den kaum vergessenen Eindrücken des Krieges, aber eben ein mutiger neuer Anfang nach dem scheinbaren Ende. "Nie wieder soll irgend jemand aufgrund seiner Überzeugungen, seiner Hautfarbe oder seiner Religionszugehörigkeit Angst haben müssen", so die überzeugte Sozialdemokratin.  Es könne nicht sein, dass zum Beispiel jüdische Mitbürger*Innen gedanklich schon wieder ihre Koffer packten, weil sie sich in unserem Land nicht mehr sicher fühlten. Es gilt aufzustehen gegen einen Ungeist, den man fälschlicherweise für tot hielt, der aber eine ungeheure Anziehungskraft zu besitzen scheint, denn er bietet einfache (Schein)-Lösungen in einer unübersichtlich gewordenen Welt. Auch die SPD-Vorsitzende räumte ein, das Pandemie, Ukraine-Krieg mit folgender Inflation, der Klimawandel und jetzt die Krise im nahen Osten die Menschen verunsicherten, aber das Leben ginge ja trotzdem weiter und die SPD bemühe sich darum, möglichst viele Menschen mitzunehmen, was ein sehr gutes Erklären der eigenen Positionen erfordere. Großer Beifall, aber auch nachdenkliche Mienen waren nach der Rede Saskia Eskens zu sehen. Lebhaft wurde noch weiter diskutiert und erörtert, denn die Zeiten sind eine einzige große Haraudforderung. Ein letzter musikalischer Beitrag des Blechbläserensembles aus Schwetzingen beendete den offiziellen Teil der Matinee, eine denkwürdige Veranstaltung ging langsam zu Ende.

Ingo Staudt 

 

Unser Landtagsabgeordneter Daniel Born

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