Sehr geehrter Herr Bürgermeister, Kolleginnen und Kollegen, verehrte Gäste,
mit der heutigen Gemeinderatssitzung-Sitzung geht eine Ära zu Ende. Janfried Patzschke scheidet nach 31 Jahren Zugehörigkeit auf eigenen Wunsch hin aus dem Oftersheimer Gemeinderat aus.
Und ich möchte hinzufügen: es waren erfolgreiche 31 Jahre, die Janfried Patzschke zum Wohle der Gemeinde Oftersheim mitgewirkt und mit gestaltet hat.
Schon früh hat er sich eingemischt, wo Politik gemacht werden konnte, wo es darum ging eigene Überzeugungen durchzusetzen und Mehrheiten dafür zu gewinnen.
So hat er sich zur Wahl des Asta-Vorsitzenden an der damaligen Ingenieurschule Mannheim aufstellen lassen und wurde auch gewählt. Er hatte dieses Amt in turbulenten Zeiten inne, als es noch kritische Studenten und Studentenvertretungen gab, die sich nicht alles bieten lassen wollten, was die Kultusbürokratie in Stuttgart oder die Hochschulgremien an der Fachhochschule vorgaben.
Sein Eintritt in die SPD, sein Engagement im Ortsverein und dann ab 1980 im Oftersheimer Gemeinderat haben der SPD und der Bürgervertretung gut getan. Auch hat er immer für seine Überzeugungen geworben, um Mehrheiten für seine Ziele zu erreichen. In vielen Fällen ist dies gelungen. Dort wo er in der Minderheit blieb, war es für Janfried kein Problem, die Mehrheitsentscheidungen mit zu tragen.
Zwei Beispiele:
Die SPD-Fraktion stellte zu Beginn der 80 er Jahre einen Antrag unter Federführung von Janfried Patzschke, die Energieeinsparpotentiale innerhalb der Gemeinde Oftersheim zu untersuchen um Handlungsvorschläge für eine neue kommunale Energiepolitik zu erhalten. Die Mehrheit des damaligen Gemeinderates stimmte zu, das Heidelberger IFEU-Institut zu beauftragen, ein Energieeinsparkonzept für Oftersheim zu erstellen. Dies war für die damalige Zeit nicht selbstverständlich.
Zu Beginn seiner Gemeinderatstätigkeit war die Überlegung schon weit gereift, mit Schwetzingen ein gemeinsames Hallenbad bzw. ein Freizeitbad zu bauen und zu betreiben. Janfried war einer von ich glaube drei weiteren Gemeinderäten, die gegen den Bau einer solchen Einrichtung gestimmt haben, weil er hohe finanzielle Belastungen auf die Gemeinde Oftersheim zukommen sah. Es käme viel billiger, den Oftersheimern Bus- oder Taxikosten zu bezahlen, um nach Walldorf oder Ketsch ins Hallenbad zu gelangen, war unter anderem ein Argument. Die überwiegende Mehrheit des Gemeinderats hat sich für den gemeinsamen Bau eines Freizeitbades mit dem Namen Bellamar ausgesprochen. Janfried hat auch diese Mehrheitsentscheidung akzeptiert und in der Folgezeit offen und konstruktiv an der Realisierung des Freizeitbades mitgearbeitet.
Ich glaube sein Verständnis von Demokratie, seine Fähigkeit kommunalpolitische Zielsetzungen zu formulieren und nach außen darzustellen, es auf den Punkt zu bringen, oder auch Kompromisslösungen vorzuschlagen, haben ihm in all den 31 Jahren Zugehörigkeit zum Oftersheimer GR Respekt und Anerkennung eingebracht.
„Konzentriert euch auf wesentliche kommunalpolitische Schwerpunkte und lasst uns nicht unser Engagement für kleingeistigen Randfragen“ verschwenden, so oder ähnliche waren oft seine Mahnungen und Befürchtungen.
Janfried war sich in seinem kommunalpolitischen Handeln, bei seinen Entscheidungen immer bewusst, dass man es nicht allen Recht machen kann.
Seine Ansprüche an die Kommunalpolitik waren immer hoch angesiedelt. Dazu fallen mir Begriffe ein wie: Transparenz, Ehrlichkeit, Nachvollziehbarkeit, Glaubwürdigkeit, Soziale Gerechtigkeit. Das so glaube ich waren Prämissen, für sein Wirken hier im Oftersheimer Gemeinderat und darüber hinaus.
Die SPD-Gemeinderatsfraktion nimmt die Entscheidung von Janfried, aus dem Gemeinderat ausscheiden zu wollen, natürlich mit Bedauern zur Kenntnis.
Wir wissen sehr wohl, was wir ihm in all den 3 Jahrzehnten zu verdanken haben. Seine Art wie er hier mitgearbeitet hat, wie er sich engagiert hat, seine positive Einstellung, Geradlinigkeit, Fährnis und Respekt im Umgang miteinander waren und sind beispielhaft. Dafür gebührt ihm ein großes Dankeschön.
Janfried, wir wünschen Dir weiterhin alles Gute. Bleib gesund und bleib wie Du bist, denn auch wenn Du diesem Gremium nicht mehr angehören wirst, auf Deinen Rat, auf Deine Meinung werden wir in der SPD nicht verzichten können. Danke und alles Gute!!!
Gerhard Wenner