Erstmals wird ein Neubürger aus Nord-West Vorsitzender eines Oftersheimer Vereins
Jens Rüttinger blickt nach 12 Jahren als Vorsitzender auf ein vielseitiges und erfolgreiches Engagements des Ortsvereins zurück. Als sein Nachfolger wurde Andreas Heisel gewählt und der Vorstand mit beindruckendem Wahlergebnis bestätigt. Oftersheimer SPD bringt bildungspolitischen Initiativantrag auf den Weg, der sich für Vertretungslehrer einsetzt, die bisher während der Sommerferien beschäftigungslos waren.
Zum letzten Mal als Vorsitzender der Sozialdemokratie in Oftersheim begrüßte Jens Rüttinger die zahlreich erschienenen Mitglieder im Bürgersaal des neuen Verwaltungsgebäudes zur Jahreshauptversammlung mit umfangreicher Tagesordnung. Zunächst einmal legte er selbst Rechenschaft ab über das abgelaufene Geschäftsjahr. Zahlreiche Vorstandssitzungen wurden abgehalten, Höhepunkte eines jeden Jahres sind die Winterfeiern mit Ehrungen, im letzten Jahr gar mit der Verleihung der Willy-Brandt- Medaille an Gerhard Wenner und Janfried Patzschke. Viele Veranstaltungen wie die Radtour " Tour de Ofdasche" oder die Veranstaltungen zur Ausbildungssituation mit den Jusos wurden erwähnt. Die sehr informative Vorstellung des Konzeptes „Gemeinschaftsschule", die Wahl eines Kandidaten für die anstehende Bundestagswahl und dessen Vorstellung mit seinen Themen waren nur einige der Aktivitäten des letzten Jahres. Nach dem abgelaufenen Jahr ließ der Vorsitzende die vergangenen 12 Jahre in dieser Funktion Revue passieren, sicherlich mit dem Höhepunkt 100-Jahr -Feier 2003, als Franz Müntefering zu Gast war. Vieles ist geleistet worden, der Dank der Partei gilt dem auf eigenen Wunsch scheidenden Vorsitzenden, der mit großem Engagement vieles bewegt und geleistet hat in den vergangenen Jahren; dieser in anderer Funktion aber erhalten bleibt.
Großer Beifall zum Ende einer Epoche in der Oftersheimer SPD, trotzdem waren noch die weiteren Rechenschaftsberichte an der Reihe. Zunächst der Kassier Thomas Kobbert, der im letzten Jahr einen Überschuss zu vermelden hatte, womit die Partei finanziell gerüstet in die Bundestagswahl und die im nächsten Jahr statt findenden Kommunalwahlen geht. Am ausführlichsten dann der Bericht Jens Rüttingers als Vorsitzender der Oftersheimer Gemeinderatsfraktion der SPD. Nach dem Ausscheiden von Janfried Patzschke und Gerhard Wenner aus dem Gemeinderat und dem Nachrücken von Gudrun Wipfinger-Fierdel und Rüdiger Laser musste sich die Gemeinderatsfraktion erst einmal neu finden, harmoniert jetzt aber immer besser. Von der Errichtung von Kinderspielplätzen über die Versorgung mit Krippenplätzen bis hin zum teilweise erschreckenden Zustand der Gemeindestraßen reicht die Palette der Themen .mit denen sich die sechs Gemeinderatsmitglieder der SPD zu beschäftigen hatten. Mit der Landespartei konform ist man beim Thema Gemeinschaftsschule, die auch für Oftersheimer Schüler errichtet werden soll.
Ein „Dauerbrenner " ist die stark befahrene Heidelberger Straße, wobei erste Entlastungsmaßnahmen ergriffen wurden. Der in Form einer Bürgerinitiative deutlich gewordene Protest der Anwohner gegen die Belastungen beschäftigte natürlich auch die SPD. Bei den gemeindeeigenen Gebäuden und Wohnungen steht ein hoher Sanierungsbedarf an, trotzdem sollten diese Wohnungen in Gemeindeeigentum verbleiben, um weiterhin bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung stellen zu können. Außerdem stellen Immobilien einen beträchtlichen Anlagewert dar, der zudem noch konstante Einnahmen generiert. Wichtig sind auch Themen wie die Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs, das leidige Thema Neubaugebiete, Gemeindefinanzen und vieles mehr, was wieder einmal deutlich macht, wie umfangreich die Themenpalette des Gemeinderates ist. Mit dem Vortrag Jens Rüttingers hatten auch die anwesenden „normalen" Parteimitglieder einen guten Überblick über das aktuelle Gemeindegeschehen. Für die Arbeitsgemeinschaften berichteten Werner Kerschgens für den „Ökotalk lokal" von der gelungenen Dünensäuberungsaktion und Alexander Leonhardt von den Aktivitäten des Nachwuchses, sprich der Jusos.
Nach den Berichten erfolgte sowohl die einstimmige Entlastung des Kassiers als auch des Gesamtvorstandes, bevor es an die Neuwahlen des Vorstandes ging. Als Wahlkommission schritten Jürgen Deiniger und Ralf Geiger zur Tat. Als neuer Vorsitzender der SPD stellte sich Andreas Heisel zur Wahl, ein seit 2012 in Oftersheim lebender Mitbürger aus dem Neubaugebiet Nordwest, der schon lange an anderen Orten in verschiedenen Ämtern für die SPD tätig war und nun ohne Gegenstimme zum neuen Parteivorsitzenden gewählt wurde. Nach seiner Wahl und der Gratulation durch die Mitglieder leitete er den weiteren Wahlverlauf. An dieser Stelle nun die Ergebnisse: Die stellvertretenden Vorsitzenden bleiben Alexander Leonhardt und Werner Kerschgens, der Kassenwart ist wie bisher Thomas Kobbert und Schriftführerin Gaby Wenner. Der alte und neue Pressereferent ist Ingo Staudt, zum neuen Internetbeauftragten wurde Hartmut Michel gewählt. Als Beisitzer/Innen vervollständigen Janfried Patzschke, Manuela Weber, Susanne Eickmeier, Rainer und Claudia Ruhland sowie Gerhard Wenner den neuen Vorstand der Oftersheimer Sozialdemokratie. Kassenprüfer bleiben Hermann Baust und Michael Rauscher. Delegierte zum Kreisparteitag werden wegen allgemeiner Zugänglichkeit für alle Parteimitglieder nicht mehr bestimmt.
Zum Ende dieser für die umfangreiche Tagesordnung recht zügig verlaufenden Veranstaltung wurden noch zwei Initiativanträge beraten. Einer der beiden Anträge richtet sich an die SPD in Baden-Württemberg und setzt sich dafür ein, dass künftig Vertretungslehrer für den Ausgleich von Unterrichtsausfall auch während der Sommerferien beschäftigt bleiben. Mehr dazu gibt es in Kürze von den Oftersheimer Genossen, die auch unter neuer Leitung ein aktiver und lebendiger, wenn auch nicht immer bequemer Faktor im politischen Geschehen Oftersheims bleiben werden.
Ingo Staudt