Ein "erfrischend" kalter Wintertag war es, als der Vorsitzende der Oftersheimer Sozialdemokratie, Jens Rüttinger, die Mitgliederversammlung eröffnete und die Mitglieder im Bürgersaal des neuen Verwaltungsgebäudes willkommen hieß. Ein Leitthema war gestellt, es sollte um moderne Bestattungsformen beziehungsweise um die Umsetzungsmöglichkeiten in Oftersheim gehen.
Oftersheim hatte und hat immer noch einen sehr schön gelegenen Waldfriedhof, der lange Zeit den Bedürfnissen vor allem der hinterbliebenen Angehörigen gerecht wurde und das im großen und Ganzen auch heute noch tut.
Aber mit den Zeiten ändern sich auch die Gewohnheiten, so ist zum Beispiel mittlerweile die Anzahl der Feuerbestattungen höher als die der " klassischen" Erdbestattungen. Oft machen sich schon zu Lebzeiten die Leute sehr viele Gedanken um eine noch in der Zukunft liegende Grabpflege. Es ist oft der Fall, dass Angehörige sehr weit weg wohnen oder man schlicht und einfach den Nahestehenden möglichst wenig Arbeit machen will. Angesprochen wurden verschiedene Gemeinderäte, ob es nicht möglich wäre, in Oftersheim eine Urnenwand zu errichten. Der Vorschlag geht eher in die Richtung, dass es für die Urnen einzelne Stelen geben wird, in die je nach Höhe etwa drei bis fünf Urnen passen. Verschiedene noch freie oder kaum genutzte Flächen würden dafür zur Verfügung stehen, so der Ortsvereinsvorsitzende. Ebenfalls notwendig sei an einigen Stellen eine relativ gründliche Renovierung, so zum Beispiel am Kriegerehrenmal beziehungsweise dessen Umgebung, die nicht mehr schön anzuschauen sind.
Aus dem Publikum heraus kam noch die Anfrage nach einem Friedwald. Ein Friedwald ist übrigens nicht primär ein Friedhof in weitestem Sinne, sondern es bleibt ein Wald, auch wenn die Urnen der Verstorbenen untern den Bäumen liegen. Oftersheim hat zwar einen Waldfriedhof, aber ein solches Konzept wäre auf dessen Fläche nicht durchführbar, die Gemeinde oder die anderen Eigner des Waldes müssten Fläche zur Verfügung stellen, und der Förster hätte bestimmt auch noch ein Wörtchen dazu zu sagen...
Auf jeden Fall bleibt festzuhalten, dass sich die SPD in Oftersheim weiterhin um die Belange des Friedhofes kümmern wird und dabei zunächst einmal für alle Ideen offen ist, die Durchführbarkeit steht dann immer auf einem anderen Blatt. Interessant war es zu erfahren, was es überhaupt für Möglichkeiten gibt, denn vieles war den anwesenden Mitgliedern schlicht und einfach neu oder man kannte es nur vom " Hörensagen". Die Sozialdemokratie wird sich weiterhin mit diesem Thema beschäftigen, der Diskussionsprozess befindet sich noch im Anfangsstadium, und jeder oder jede kann sich selbstverständlich noch daran beteiligen. Nach einer sehr informativen Veranstaltung und lebhafter Diskussion gingen die Teilnehmer zufrieden nach Hause.
Ingo Staudt