- Außerschulische Betreuung nur Übergangslösung
- Ganztags-Schule ist das Ziel
- Außerschulische Betreuung nur Übergangslösung
- Ganztags-Schule ist das Ziel
Gemeinderat Rainer Ruhland gab die Stellungnahme zur Betreuung der Schüler in den beiden Oftersheimer Schulen ab:
Lange Zeit haben wir uns eingebildet, dass das deutsche Schulsystem das Beste der Welt wäre. Nicht erst die Pisa-Studie hat uns drastisch vor Augen geführt, dass unsere traditionelle Halbtagsschule - bei der erwartet wird, dass die Kinder am Nachmittag selbständig oder mit Hilfe der Eltern ihre Hausaufgaben machen und das gelernte einüben und vertiefen - den Anforderungen und Bedingungen unserer Zeit schon lange nicht mehr entspricht.
Tatsache ist, dass die häuslichen und familiären Bedingungen, die für das Funktionieren dieses Halbtags-Schulsystems notwendig sind, heute i.d.R. nicht mehr gegeben sind. Dies gilt durch die Bank für alle Schularten. Das bedeutet, wir brauchen eine Schule, die innerhalb der täglichen Schulzeit nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch die Zeit hat, dieses im Unter-richt einzuüben und zu vertiefen. Wir brauchen eine Schule, die die Erziehungsarbeit über-nimmt. Sehr viele Familien, wenn eine solche überhaupt noch vorhanden ist, können diese Erziehungsarbeit nicht mehr leisten. Wir brauchen schließlich eine Schule, die den Kindern trotzdem noch die nötigen Pausen und Freiräume lässt.
Kurzum – so Rainer Ruhland - wir brauchen die Ganztags-Schule und zwar möglichst schnell. Der Gemeinderat hat hierzu auf Antrag der SPD-Fraktion in seiner Januar-Sitzung ein deutliches Zeichen gesetzt. Daß die flächendeckende Einführung bei der allgemeinen Finanzmisere in unserem Land und durch die Unfähigkeit und den teilweise nicht vorhandenen Willen der Verantwortlichen, Finanzmittel zu Gunsten der Bildung umzuschichten, nicht so schnell kommen wird, wie es notwendig wäre, kann man nur bedauern und muß deshalb auch immer wieder eingefordert werden.
Wir begrüßen es, dass die Gemeinde, dort wo sie selbst tätig werden kann, durch den Ausbau der Kernzeit- und Ferienbetreuung und besonders aber durch die Einrichtung eines Horts incl. Mittagstisch den Oftersheimer Familien ein Angebot zur Betreuung ihrer Kinder am Nachmittag macht. Dies ist eine Notlösung und ein Übergangslösung, die die Defizite unseres Schulsystems nicht beheben, die aber zumindest dazu beitragen kann, dass Oftersheimer Kinder am Nachmittag nicht mehr ohne Betreuung auf sich alleine gestellt sind.
Drei kurze Bemerkungen möchte ich noch zur vorliegenden Beschluß-Vorlage machen. Bei der Beratung in unserer Fraktion hatten wir einige Mühe, das 18 Seiten umfassende, sehr differenzierte Regelwerk auf Anhieb zu verstehen. Es wurde die Frage gestellt, ob ein an sich nicht übermäßig schwieriger Sachverhalt so detailliert und kompliziert geregelt werden muß, und ob die einzelnen Elemente wie Kernzeitbetreuung, Hortbetreuung, Ferienbetreuung, Verbundbetreuung 1 und Verbundbetreuung 2 in einem Gesamtkonzept nicht etwas übersichtlicher und für die anzusprechende Klientel – die Erziehungsberechtigten – verständlich angeboten werden kann.
Rainer Ruhland machte in seiner Stellungnahme darauf aufmerksam, dass das dafür einzustellende Personal auch über eine angemessene pädagogische Ausbildung und Qualifikation verfügen muß. Das ist sehr wichtig. Insofern erscheint uns die Bezeichnung „Fachkraft“ in § 3 der Benutzer-Richtlinien als etwas zu pauschal.
Ebenso finden wir die Bezeichnung „Hausaufgaben-Beaufsichtigung“ in § 1 Abs. 4 derselben Richtlinie etwas irritierend, denn überall sonst ist immer von Betreuung die Rede, und Betreuung ist eindeutig mehr als nur Beaufsichtigung.
Die SPD-Fraktion stimmt dem Beschluß-Vorschlag grundsätzlich zu. Wir hoffen, dass diese Einrichtung erfolgreich arbeiten kann und von den Eltern und ihren Kindern angenommen wird, erklärte Rainer Ruhland.
Peter Wierer