Zur alljährlichen Jahreshauptversammlung des Ortsvereins Oftersheim konnte Jens Rüttinger als Vorsitzender die Mitglieder im " Goldenen Hirsch" begrüßen. Es ist nicht nur bei der SPD gute demokratische Tradition, dass der Vorstand und andere " Institutionen" einer Partei mindestens einmal im Jahr Rechenschaft ablegen müssen, und so ist es auch beim Ortsverein Oftersheim.
Der erste Bericht gehört immer dem Vorsitzenden, in diesem Fall Jens Rüttinger, der das vergangene Jahr aus Sicht des Ortsvereins Revue passieren ließ. Er war sichtlich stolz darauf, im letzten Jahr trotz schwieriger politischer Großwetterlage für die Sozialdemokratie die Mitgliederzahl stabil gehalten zu haben. Mit dieser erfreulichen Nachricht begann er und ging auf die zahlreichen Aktivitäten des Ortvereins ein. So wurden neben den üblichen Vorstandssitzungen auch zahlreiche Veranstaltungen durchgeführt wie der Besuch beim CAP- Markt in Sandhausen oder die bekannte " Tour de Ofdasche", die mit dem Rad kommunalpolitisch interessante Gegebenheiten vor Ort erkundet. Ebenso war die Partei auf dem Lessingplatzfest und zahlreichen Wahlständen während des Kommunal- und Bundestagswahlkampfes präsent.
Das Engagement der Mitglieder war in Ordnung, die Ergebnisse waren es auch in Oftersheim nicht. Während des Wahlkampfes wurde noch die Gedenktafel zum hundertjährigen Jubiläum des Ortsvereins im Jahre 2003 eingeweiht, auch der Bundestagskandidat Werner Henn wurde vom Ortsverein Oftersheim einhellig unterstützt. Was in einem doch arbeitsreichen, von Wahlkämpfen geprägtem Jahr zu kurz kam, waren die Vereinsbesuche, bis auf den sehr informativen Vortrag der Nachbarschaftshilfeleiterin Maria Meyer war es nicht so viel, aber in diesem Jahr stehen ja keine Wahlen an...
So endete der Rückblick Jens Rüttingers mit einem Ausblick auf das noch recht junge Jahr 2010, in dem die SPD wieder sehr aktiv sein wird und einiges vor hat. Kräftiger Applaus beendete den sehr informativen Bericht des Vorsitzenden, die Aussprache zu den einzelnen Berichten sollte nach deren Vortrag erfolgen. Als nächster an der Reihe war der Kassier Thomas Kobbert, der eine insgesamt zufrieden stellende Kassenlage präsentierte. Im Gegensatz zu manchen Banken oder gar Staaten ist der SPD- Ortsverein Oftersheim trotz kostspieliger Wahlkämpfe im Jahr der Wirtschaftskrise nicht pleite gegangen, sondern nach wie vor in der Lage, die politischen und administrativen Aufgaben zu erfüllen. Michael Rauscher und Hermann Baust konnten die sehr exakte und nachvollziehbare Kassenführung des" Kassenwartes" bestätigen und veranlassten die Entlastung des Gesamtvorstandes, welche dann auch einstimmig erfolgte.
Den ausführlichsten und vom Umfang her gewichtigsten Bericht lieferte der Fraktionsvorsitzende der SPD im Oftersheimer Gemeinderat, Gerhard Wenner. Zunächst einmal ging er auf die durch die Finanzkrise schwierig gewordene Finanzlage der Kommunen ein, von der selbstverständlich auch Oftersheim nicht verschont bleibt. Es sei immer öfter eine Zumutung, was da an Gesetzen von Bund und Land komme, so der engagierte Kommunalpolitiker. Natürlich ist ein Ausbau der Kleinkindbetreuung wünschenswert, aber wenn die Kosten zum überwiegenden Teil von der Kommune aufzubringen sind, bekommt nicht nur Oftersheim bald ein Problem. Ein weiteres leidiges Problem ist die Situation des Einzelhandels in Oftersheim. Es gibt für eine Gemeinde mit mittlerweile über 11000 Einwohnern gerade einmal einen Supermarkt in der Ortsmitte, der Rest der Bürger geht wohl oder übel in der Nachbarschaft einkaufen. Ein weiterer Markt befindet sich noch in der Planungsphase. Eine bessere Versorgung der Oftersheimer Bürger mit den Gütern des täglichen Bedarfs ist und bleibt für die Fraktion und den Ortsverein ein dringendes Anliegen. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Errichtung eines Solarparks auf Oftersheimer Gemarkung. Die SPD ist selbstredend dafür, eine solche Anlage zu errichten, denn eine von außen unabhängige und äußerst umweltfreundliche Energieversorgung stünde auch unserer Gemeinde gut zu Gesicht. Der erhöhte Bedarf an Kleinkindbetreuung und die sehr erfreulich wachsende Kinderzahl machen den Neubau eines Kindergartens erforderlich, dessen Bau schon bald in Angriff genommen wird. Große Zustimmung des Ortsvereins gab es für das Engagement der Fraktion für den Erhalt der Wildgehege, denn Oftersheim wäre ärmer ohne "seine" Rehe und Wildschweine.
Eine weitere große Änderung gibt es im Bereich der Schulen. Nach der Einführung der Werkrealschule werden die Theodor- Heuss- Schule und die Schule in Plankstadt so eng kooperieren, um einen zweizügigen Schulbetrieb gewährleisten zu können. Für diese größere Schule ist flexible Nachmittagsbetreuung vorgesehen, was immer das auch bedeuten mag. Das Modell der SPD ist die verbindliche Ganztagsschule, aber die ist teilweise nicht gewollt. All das zuvor erwähnte wird die Gemeinde Geld kosten, und das nicht zu knapp. Die Finanzsituation ist alles andere als rosig, die laufenden Ausgaben sind derzeit nicht zu decken und müssen durch Kredite in Millionenhöhe aufgebracht werden. Wohin das alles führen wird, die Entscheidungen darüber fallen nicht nur in Oftersheim, sondern auch in Berlin, Stuttgart und Brüssel, so der nachdenklich stimmende Abschluss Gerhard Wenners. Großer Beifall, aber auch nachdenkliche Gesichter in der Runde waren die Folge dieser schonungslosen, aber ehrlichen Bestandsaufnahme. Die Berichte aus dem Kreis und der Arbeitsgemeinschaften folgen demnächst.
Ingo Staudt