Cordula Becker referiert über neue Arbeitsformen

Veröffentlicht am 20.05.2010 in Veranstaltungen

" Über der Bahn" , genauer gesagt in der " Kornblume" , begrüßte der Vorsitzende der SPD Oftersheim, Jens Rüttinger, die zahlreich erschienenen Gäste.

Vor allem natürlich die Referentin des Abends, die Vorsitzende des Arbeitskreises für Arbeitnehmerfragen in der SPD Rhein-Neckar, Cordula Becker. Sie sollte näheres berichten über solche Phänomene wie Zeitarbeit, Leiharbeit, Lohndumping oder die " Generation Praktikum" , was sie natürlich auch auf sehr eindrucksvolle Art und Weise tat.
Zunächst einmal ging sie auf die Erfordernisse der heutigen Arbeitswelt ein, die zunehmend hektischer und damit auch anspruchsvoller werde. Erfreulich sei es immerhin, dass sich eine aus der Arbeiterbewegung hervor gegangene Partei wie die SPD " endlich" wieder verstärkt mit Themen befasse, welche die Arbeitnehmer betreffen. Und ein im Prinzip nicht neues, aber doch Besorgnis erregendes Problem sei die Zunahme von Leih-und Zeitarbeit, beide bequem für Arbeitgeber, sehr belastend für die Arbeitnehmer. Ursprünglich sei die Leiharbeit und auch die Zeitarbeit gedacht gewesen, um Auftragsspitzen abzufedern oder Ausfälle in der Stammbelegschaft zu kompensieren. Mittlerweile gebe es allerdings Firmen, deren Belegschaft schon zu relativ großen Teilen aus nicht Festangestellten bestehe, und das werde langsam problematisch. Denn die Zeit- oder Leiharbeit trage mehrere Probleme in sich, die sich früher oder später auf die gesamte Gesellschaft auswirken müssen. Zum einen verdient der " leiharbeitende" Kollege oft erheblich weniger als sein zur Stammbelegschaft zählender Mitarbeiter, obwohl er oder sie genau die gleiche Arbeit verrichtet. Auch lässt sich beim Pendeln zwischen verschiedenen Jobs oder zwischen verschiedenen Zeitarbeitsverträgen nur sehr schwer bis gar nicht eine Zukunft planen.
Zu jammern, in Deutschland gebe es nicht genug Kinder, und viele Arbeitnehmer in ungesicherten Beschäftigungsverhältnissen zu belassen, sei ein ziemlicher Widerspruch, so die Referentin. Weiterhin sehr schwierig sei die Ausgründung von Betriebsräten von Unternehmen selbst und die Nichtbindung von Leih- und Zeitarbeit an Tarifverträge. Dumpinglöhne machen nicht den Eindruck, als werde die Arbeitsleistung wert geschätzt, und außerdem müssten viele solche Beschäftigte trotz regulärer Arbeit aufstocken, das heißt zusätzliche Sozialleistungen beantragen. Was einst gedacht war, um den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern und in den erfreulichen Fällen auch in einem festen Arbeitsverhältnis endet, wird immer mehr zur Regel, um tarifliche Vereinbarungen zu unterlaufen und den Druck auf die Löhne und Gehälter zu erhöhen.
Es bleibt die Frage, ob sich wenig verdienende Arbeitnehmer die ganzen Dienstleistungen und Produkte leisten können, welche von der Wirtschaft angeboten werden. Ein Konsum auf Pump sei gerade in der Finanzkrise schief gegangen. " Arbeit darf nicht krank machen" , so der Appell von Frau Becker, die zunehmende Zahl psychischer Erkrankungen ist ein Alarmsignal, dessen Folgen noch nicht absehbar sind. Da für Leih- und Zeitarbeiter weder Freizeit noch Familie noch größere Investitionen wirklich planbar sind, haben diese Menschen nicht wirklich volle gesellschaftliche Teilnahme; eine Feststellung, welche die Anwesenden sehr nachdenklich stimmte.
Großer Beifall kam von den Anwesenden über den sehr informativen Vortrag der AFA - Vorsitzenden. In der anschließenden Fragerunde ging es um die Zukunft dieser Arbeitsformen, wobei erfreulicherweise bei manchen Firmen eine Trendwende festzustellen ist. Sie erkennen den Wert von eingespielten Stammbelegschaften und langfristig stabilen Teams, die qualitativ bessere Arbeit leisten. Was noch gar nicht bedacht wird ist, dass Leiharbeiter nur wenig bis gar nicht für ihr Alter vorsorgen können und auch nur geringe Rentenansprüche erwerben.
Die SPD Oftersheim ist mit der Referentin der Meinung, das gleiche Arbeit auch gleich entlohnt werden soll und Zeit -oder Leiharbeit die Ausnahme bleiben muss und nicht zur Regel werden darf. Spät am Abend und nach lebhafter Diskussion gingen die Teilnehmer schließlich nach Hause.

Ingo Staudt

 

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